1. Einführung in den Shor-Algorithmus und seine Bedeutung [0]

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  1. Dieses Video ist Teil 5 einer Einführungsserie zur Quanteninformation und Quantencomputern. [0]
  2. Der Shor-Algorithmus wird vorgestellt, benannt nach dem amerikanischen Mathematiker Peter Shor, der ihn 1994 entwickelte. [4]
  3. Dieses Verfahren machte Quantencomputer für die breite Öffentlichkeit interessant. [7]
  4. Mit dem Shor-Algorithmus können Codes geknackt werden, die weltweit zur Verschlüsselung geheimer Daten dienen. [7]

2. Bedrohung von Kryptosystemen durch den Shor-Algorithmus [9]

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2.1. Angriffspunkt des RSA-Kryptosystems [9]

  1. Der Shor-Algorithmus kann mehrere Kryptosysteme knacken, sobald Quantencomputer leistungsfähig genug sind. [9]
  2. Das bekannteste und am weitesten verbreitete System ist RSA. [9]
  3. Grundidee von RSA (Kurzfassung): [10]
    1. Bob trifft Vorbereitungen und merkt sich die Zahl , die er niemandem verrät. [12]
    2. Er veröffentlicht zwei weitere Resultate, und , als öffentlichen Schlüssel. [17]
    3. Alice verschlüsselt eine Nachricht mit der Funktion Crypt und dem öffentlichen Schlüssel und schickt die Chiffre an Bob. [19]
    4. Bob rekonstruiert aus mithilfe von , da nur er kennt. [21]
  4. Angriffsziel: Ein potenzieller Angreifer will Bobs geheime Zahl ermitteln, wenn nur die öffentlichen Zahlen und bekannt sind. [23]
  5. Theoretisch ist dies möglich, da die Funktionsweise des Systems bekannt ist. [23]

2.2. Das Faktorisierungsproblem als Kern des Angriffs [24]

  1. Der Angreifer weiß, dass das Produkt zweier Primzahlen und ist. [24]
  2. Wenn und bekannt sind, kann berechnet werden. [24]
  3. Man muss also nur einen Teiler von finden, was als Faktorisierungsproblem bezeichnet wird. [25]
  4. Das Faktorisierungsproblem ist die bisher beste Methode, um RSA zu knacken. [27]
  5. RSA gilt bisher als sicher, weil alle klassischen Methoden zur Lösung des Faktorisierungsproblems zu langsam sind. [28]
    1. Diese Methoden sind nicht polynomial und unbrauchbar bei den großen Zahlen (viele hundert Dezimalstellen), die für die Verschlüsselung verwendet werden. [15]
  6. Es ist nicht bekannt, ob das Faktorisierungsproblem NP-vollständig ist. [30]
  7. Die Sicherheit beruht darauf, dass nach Jahrzehnten intensiver Forschung keine schnelle klassische Lösung gefunden wurde. [32]
  8. Diese Sicherheit wird obsolet, sobald Quantencomputer mit genügend Qubits zuverlässig sind. [32]
  9. Der Shor-Algorithmus kann das Faktorisierungsproblem schnell genug lösen und wartet seit über einem Vierteljahrhundert auf seinen Einsatz. [33]

3. Die grobe Idee des Shor-Algorithmus (Klassischer Teil) [34]

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  1. Ziel ist es, einen nicht-trivialen Teiler der Zahl zu finden (einen anderen Teiler als 1 oder ). [34]
  2. Das Verfahren funktioniert nur für ungerade Zahlen, die keine Primzahlpotenzen sind. [37]
    1. Diese Fälle können durch effiziente klassische Tests ausgeschlossen werden. [38]
    2. Die Voraussetzung ist automatisch erfüllt, wenn die Zahl aus dem RSA-Kryptosystem stammt. [38]
  3. Der Shor-Algorithmus arbeitet mit Zufall, liefert aber immer ein richtiges Ergebnis. [39]
    1. Der Zufall kann lediglich dazu führen, dass mehrere Versuche nötig sind. [40]
  4. Grundzüge des Verfahrens: [41]
    1. Wähle zufällig eine Zahl unterhalb von . [43]
    2. Prüfe, ob und teilerfremd sind. [44]
      1. Wenn nicht, ist man fertig (Teiler gefunden). [45]
    3. Andernfalls ermittle die Ordnung von modulo . [45]
      1. Gesucht wird die kleinste Zahl (die Periode), für die ist. [47]
    4. Wenn ungerade ist, fange von vorne an. [48]
    5. Wenn gerade ist, teste, ob ist. [48]
      1. Wenn ja, fange auch in diesem Fall von vorne an. [48]
    6. Am Ende berechne den größten gemeinsamen Teiler von und . [50]
    7. Dieser Wert ist der gesuchte Teiler. [50]
  5. Das Verfahren ist so austariert, dass für große die Wahrscheinlichkeit eines Erfolgs ausreichend ist. [49]

3.1. Konkretes Beispiel für den klassischen Teil [51]

  1. Beispiel: (Produkt zweier Primzahlen). [52]
  2. Erster Versuch: Wähle zufällig . [54]
    1. und sind teilerfremd (man hätte nur Glück, wenn oder wäre). [55]
    2. Die Periode von ist (ungerade). [57]
    3. Aufgeben und ein anderes wählen. [58]
  3. Zweiter Versuch: Wähle . [60]
    1. Die Periode ist (gerade). [61]
    2. Berechne . [62]
    3. Ergebnis ist . [63]
    4. Auch dieses Ergebnis kann nicht verwendet werden. [64]
  4. Dritter Versuch (Erfolgsfall): Wähle . [69]
    1. Die Periode ist gerade, und die Potenz ist nicht . [70]
    2. An dieser Stelle ist sicher, dass ein nicht-trivialer Teiler gefunden wird. [71]
    3. Berechne . [72]
    4. Der Teiler ist . [72]
  5. Für große Zahlen sind selten mehr als zwei Versuche nötig, und jeder Versuch muss schnell sein. [66]

3.2. Effiziente klassische Realisierung und das ungelöste Problem [73]

  1. Der klassische Teil des Verfahrens lässt sich effizient programmieren. [73]
    1. Die Berechnung des größten gemeinsamen Teilers erfolgt mit dem Euklidischen Algorithmus. [74]
    2. Die Berechnung großer Potenzen erfolgt mit binärer Exponentiation. [75]
  2. Mathematische Begründung des Erfolgs: [77]
    1. Man stellt nach der dritten binomischen Formel als Produkt dar: . [77]
    2. Die linke Seite ist durch teilbar, da die Periode ist. [78]
    3. Der rechte Faktor ist nicht durch teilbar (durch Test ausgeschlossen). [79]
    4. Der linke Faktor ist auch nicht durch teilbar, da die kleinste Zahl mit der Eigenschaft ist, dass durch teilbar ist. [79]
    5. Da das Produkt zweier Primzahlen ist, müssen die Faktoren Teiler von sein. [80]
  3. Das ungelöste Problem: Das Finden der Periode ist für die in der Kryptographie üblichen großen Zahlen ein hoffnungsloses Unterfangen. [81]
    1. Ein effizientes klassisches Verfahren zur Ermittlung solcher Perioden ist nicht bekannt. [83]
  4. Hier kommen die Quantencomputer ins Spiel. [84]
  5. Der Rest des Videos konzentriert sich auf das Finden von Perioden in periodischen Funktionen. [85]

4. Die diskrete Fourier-Transformation (DFT) zur Periodenanalyse [87]

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  1. Zur Analyse periodischer Funktionen wird die Fourier-Analyse verwendet. [87]
  2. Für den Shor-Algorithmus wird nur die diskrete Fourier-Transformation (DFT) benötigt. [90]

4.1. Funktionsweise der DFT [91]

  1. Eingabe: Eine Sequenz von Zahlen (z. B. 32 Werte), die einen periodischen Verlauf zeigen. [91]
  2. Beispiel 1: Eine Eingabe mit 32 Messwerten zeigt eine periodische Wiederholung, die einer Frequenz von vier entspricht. [93]
  3. Ausgabe: Ebenfalls eine Zahlenfolge mit ebenso vielen Zahlen wie die Eingabe. [94]
    1. Die ausgegebenen Zahlen sind in der Regel komplexe Zahlen (hier wird nur der Betrag gezeigt). [95]
    2. Bei reellen Eingabezahlen ergibt sich eine Symmetrie (grau hinterlegter Teil ist Spiegelbild). [96]
  4. Ergebnisinterpretation: Im Beispiel 1 gibt es nur in Spalte vier einen positiven Wert (neben dem Spiegelbild). [101]
    1. Dies bedeutet, dass die Fourier-Transformation die Frequenz 4 in der Eingabe entdeckt hat. [102]
    2. Mathematisch präzise kann eine Sinusschwingung dieser Frequenz angegeben werden, die durch die Eingabewerte verläuft. [103]
  5. Beispiel 2: Zwei Wiederholungen eines Datensatzes führen zur Erkennung der Frequenz zwei. [105]

4.2. Erkennung überlagerter Schwingungen [106]

  1. Die DFT kann auch überlagerte Schwingungen erkennen. [107]
  2. Beispiel 3 (einfach): Die Ausgabe zeigt Werte für die Frequenzen zwei und acht. [108]
    1. Der Wert für zwei ist deutlich größer. [108]
    2. Dies bedeutet eine dominierende Schwingung (Grundton) der Frequenz 2 und eine überlagerte Schwingung (Oberton) der Frequenz 8 mit geringerer Amplitude. [109]
  3. Beispiel 4 (realistischer): Die Ausgabe zeigt dominante Werte bei den Frequenzen 2, 4 und 8. [112]
    1. Der größte Wert steht für die Schwingung der Frequenz 2. [113]
    2. Darauf sind schwächere Schwingungen der Frequenzen 4 und 8 moduliert. [114]
    3. Die zusammengesetzte Kurve verläuft nicht exakt durch die Eingabewerte, da zufälliges Rauschen beigemischt wurde. [115]
  4. Wichtig: Die DFT-Ausgabe ermöglicht die Erkennung der dominanten Frequenzen der Eingabe. [118]

5. Anwendung der DFT zur Periodenfindung [119]

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5.1. Periodenfindung im Idealfall [119]

  1. Ziel: Finde die Periode der Funktion . [120]
  2. Beispiel: Finde Teiler von , wähle . Gesucht ist die Periode von . [120]
  3. Die ersten 32 Funktionswerte (beginnend bei ) sind die Eingabe für die DFT. [121]
    1. Die Funktionswerte sind 1, 7, 4, 13, danach wiederholen sie sich. [122]
    2. Die Länge der Periode ist vier. [123]
  4. Die erwartete Frequenz ist . [124]
  5. DFT-Ergebnis: Die Transformation liefert die Werte 8, 16 und die Frequenz 0. [125]
    1. Die Frequenz 16 (ein Vielfaches der Grundfrequenz 8) ist ein Oberton, der zur Darstellung der nicht-sinusförmigen Funktion nötig ist. [126]
    2. Die Frequenz 0 (Gleichspannungsanteil) ist die Nulllinie der Schwingung. [129]
      1. Sie tritt auf, weil der arithmetische Mittelwert der Funktionswerte () nicht Null ist. [131]
  6. Die Zahlen 8 und 16 zeigen zweifelsfrei, dass die gesuchte Periode 4 sein muss (da 32 Eingabewerte vorlagen). [133]

5.2. Abweichungen und Anforderungen für den Shor-Algorithmus [135]

  1. Beim Shor-Algorithmus muss die Periode nicht unbedingt ein Teiler der Eingabelänge sein. [135]
  2. Beispiel (Periode 5): Bei einer Periode von 5 (kein Teiler von 32) ist das Ergebnis "verschmiert". [136]
    1. Dominante Frequenzen sind 6 und 13. [137]
    2. Die tatsächliche Frequenz wäre . [137]
    3. Die Werte 6 und 13 sind die besten ganzzahligen Annäherungen für und . [137]
  3. Erster Unterschied zum Shor-Algorithmus: Die Visualisierung verwendet zu wenige Samples. [139]
    1. Man benötigt mindestens Samples, wobei die Zahl ist, deren Teiler gesucht werden. [140]
    2. Für wären Samples nötig, praktisch die nächste Zweierpotenz (). [141]
  4. Zweiter Unterschied: Später wird niemals das gesamte Frequenzspektrum, sondern nur eine Frequenz gemessen. [142]
    1. Die Amplituden hängen mit der Wahrscheinlichkeit zusammen, welche Frequenz gemessen wird. [143]
    2. Die dominanten Frequenzen sind glücklicherweise auch die wahrscheinlichsten. [144]
    3. Die Messung nur eines Wertes liegt daran, dass die Fourier-Transformation auf einem Quantencomputer durchgeführt wird. [145]
  5. Die schnelle Fourier-Transformation (FFT) ist für die hier relevanten Größenordnungen immer noch zu langsam. [147]

6. Vom Messwert zur Periode (Klassische Nachbearbeitung) [149]

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6.1. Der einfache Fall (Periode ist Teiler der Sample-Anzahl) [149]

  1. Annahme: Die Periode ist ein Teiler der Anzahl der Samples (z. B. 32). [149]
  2. Erwartete Messwerte: 0, 8, 16, 24. [150]
    1. Der Wert 0 liefert keine verwertbaren Informationen. [151]
  3. Berechnung der Periode: Wenn 8 gemessen wird, teilt man die Sample-Anzahl (32) durch den Messwert (8). [152]
    1. . Die Periode ist 4. [153]
  4. Wenn 16 gemessen wird, ergibt . [155]
    1. Die Zahl 2 ist die Periode oder ein Teiler der Periode. [157]
    2. Dies liegt daran, dass die Oberschwingungen (z. B. Frequenz 16) ein ganzzahliges Vielfaches der Grundfrequenz (4) sein müssen. [154]
  5. Überprüfung des Teilers: Man kann leicht prüfen, ob es sich wirklich um die Periode handelt. [158]
    1. Bei Messwert 16 (Quotient 2) berechnet man . [161]
    2. Man probiert : . Die Periode ist gefunden. [162]
    3. In der Praxis werden selten so kleine Quotienten wie 2 erhalten. [165]
  6. Das Verfahren funktioniert auch bei den Spiegelbildern (z. B. Messwert 24). [166]
  7. Fazit für den einfachen Fall: Für alle Messwerte außer 0 kann die Anzahl der Samples durch den Messwert geteilt werden, um die Periode oder einen Teiler der Periode zu erhalten. [171]

6.2. Der allgemeine Fall (Periode ist kein Teiler) [173]

  1. Im allgemeinen Fall muss man eher vom Raten der Periode sprechen. [173]
  2. Beispiel: (Periode 5). Dominante Messwerte sind 6, 13, 19 und 26. [174]
    1. Die richtige Frequenz wäre . [175]
    2. Der Messwert 6 liefert . [176]
    3. Der Messwert 13 liefert (ungefähr ). [177]
  3. Problem: Es muss ein Verfahren gefunden werden, das einen Bruch in der Nähe des berechneten Quotienten findet. [178]
    1. Der Zähler des Bruchs soll die Periode oder ein Teiler davon sein. [179]
    2. Die Nähe hängt von der Anzahl der Samples ab. [180]
  4. Lösung: Man verwendet die Kettenbruchentwicklung. [182]
    1. Die Kettenbruchentwicklung liefert die Werte, die direkt oder mit wenigen Fehlversuchen zur richtigen Periode 5 führen. [183]
    2. Manchmal liefert sie Brüche, die nicht zur Periode führen, was aber selten passiert. [184]
  5. Ablauf der Nachbearbeitung: [188]
    1. Die Funktion zur Analyse der dominanten Frequenzen wirft meistens einen Kandidaten aus. [189]
    2. Bei unwahrscheinlichen Frequenzen wird meistens eine leere Liste zurückgegeben. [190]
  6. Beispiel (Teiler von 45): Bei Samples und (Periode 12) werden die wahrscheinlichsten Rückgabewerte analysiert. [191]
    1. In den beiden häufigsten Fällen wird die korrekte Periode 12 geliefert. [194]
    2. Ansonsten wird ein Teiler der Periode geliefert. [194]
    3. Nur in zwei Fällen ist das Resultat unbrauchbar. [195]
  7. Dieser klassische Teil des Algorithmus wird nach dem Quanten-Teil ausgeführt, um die Resultate zu analysieren. [197]
  8. Der Quantencomputer fungiert als Co-Prozessor in einem herkömmlichen Rechner. [198]
  9. Der Shor-Algorithmus ist im Wesentlichen ein klassischer Algorithmus, der nur für die Ermittlung der Periode den Quantencomputer befragt. [199]

7. Der Quanten-Schaltkreis des Shor-Algorithmus [201]

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7.1. Aufbau des Schaltkreises und modulare Exponentiation [201]

  1. Der Quanten-Schaltkreis ist übersichtlich, aber die Details sind komplex. [201]
  2. Es werden viele Qubits benötigt. [203]
    1. Das untere Register benötigt Qubits, um Zahlen bis darzustellen. [204]
    2. Das obere Register benötigt Qubits, um Zahlen bis darzustellen, um genügend Samples für die Fourier-Transformation zu gewährleisten. [204]
  3. Zwei Bausteine sind neu: QFT (Quanten-Fourier-Transformation) und das Gatter zur Berechnung von . [206]
  4. Der aufwendigste Teil ist die modulare Exponentiation (). [208]
    1. Für jedes und muss eine separate, effiziente Schaltung realisiert werden. [209]
    2. Die Funktion ist keine boolesche Funktion, da ihr Wertebereich mehr als nur 0 und 1 umfasst (z. B. 13, 7). [212]
    3. Man teilt die Funktion in ihre Komponentenfunktionen auf (Binärdarstellung). [215]
    4. Diese Komponentenfunktionen können als Quanten-Gatter (Quanten-Orakel) realisiert werden. [216]
    5. Im Prinzip kann jede klassische Berechnung in einen entsprechenden Quantenbaustein konvertiert werden. [218]
  5. Wichtig: Es gibt bekannte Verfahren, um modulare Exponentiationen effizient zu realisieren und in Quanten-Gatter zu konvertieren. [222]

7.2. Ablauf im Quantenregister [224]

  1. Beispiel-Schaltplan: Berechnung der Teiler von 15 (). [223]
    1. Der Plan zeigt 5 Qubits oben und 4 Qubits unten (insgesamt 9 Qubits). [224]
    2. Eigentlich wären mehr Qubits nötig (z. B. 8 Qubits oben für ). [226]
  2. Zustandsdarstellung: Die 512 klassischen Zustände sind in einer Matrix angeordnet. [231]
    1. Horizontal (dunkler) sind die 32 Zustände des oberen 5-Qubit-Registers. [232]
    2. Vertikal sind die 16 Zustände des unteren 4-Qubit-Registers. [233]
  3. Funktionsweise des Funktionsbausteins: [237]
    1. Setze Eingaberegister auf 23 und Ausgaberegister auf 0. [238]
    2. Nach Durchlaufen der Funktion () befindet sich das Register im Zustand . [241]
  4. Start des Shor-Algorithmus: [245]
    1. Beide Register werden auf Null gesetzt. [245]
    2. Die Hadamard-Transformation wird angewendet. [245]
    3. Alle Zustände, bei denen das untere Register im Zustand ist, haben dieselbe Wahrscheinlichkeit (Superposition). [246]
    4. Anwendung der periodischen Funktion berechnet 32 Funktionswerte auf einmal (wegen Superposition). [247]
    5. Die Amplituden zeigen die Funktionswerte (z. B. hat positive Amplitude, da ). [248]
  5. Diese Daten sind im Prinzip die Eingabe für die Fourier-Transformation. [250]

7.3. Die Quanten-Fourier-Transformation (QFT) [252]

  1. Die diskrete Fourier-Transformation ist eine Multiplikation mit einer bestimmten Matrix. [252]
  2. Die inverse DFT unterscheidet sich nur durch einen Faktor und konjugiert komplexe Einträge. [254]
  3. Die Matrix der Quanten-Fourier-Transformation (QFT) ist unitär. [258]
    1. Für die QFT ist die Anzahl der Elemente immer eine Zweierpotenz. [259]
  4. Implementation: Die QFT muss in Transformationen zerlegt werden, die nur 2 oder 3 Qubits betreffen. [262]
  5. Zerlegung der QFT: [264]
    1. Das Ergebnis der QFT für (2 Qubits) kann als Tensorprodukt zweier 1-Qubit-Zustände dargestellt werden. [267]
    2. Dieses Muster findet sich auch bei größeren Transformationen (z. B. QFT 8 als Tensorprodukt von drei Faktoren). [271]
    3. Diese Zerlegung ist der Schlüssel, da die Ergebnisse für die einzelnen Qubits separat dargestellt werden. [273]
  6. Zusammenhang mit Hadamard: Die Hadamard-Transformation für ein Qubit ist identisch mit QFT 2. [276]
    1. Die Hadamard-Transformation auf die Einerstelle liefert exakt die höchstwertige Stelle des QFT-Ergebnisses. [279]
  7. Korrekturmultiplikation: Für die anderen Stellen ist das Ergebnis der Hadamard-Transformation noch nicht ganz richtig. [286]
    1. Es fehlen Korrekturfaktoren (z. B. ). [286]
    2. Diese Faktoren hängen von den niedrigwertigen Stellen des Arguments ab. [288]
  8. Realisierung der Korrektur: Die Korrekturmultiplikation wird durch den Phasen-Shift (Z-Rotation) realisiert. [292]
    1. Der Phasen-Shift ändert die relative Phase, aber nicht die Wahrscheinlichkeit. [294]
    2. Die benötigten Phasenänderungen (z. B. für ) werden durch den Controlled Facelift (gesteuerte Phasenänderung) realisiert. [297]
  9. Zusammenbau: Die QFT wird aus Hadamard-Transformationen und gesteuerten Phasenänderungen zusammengesetzt. [303]
    1. Die Reihenfolge ist wichtig (Einerstelle muss als letzte drankommen). [305]
    2. Die Ausgangssignale liegen in der falschen Reihenfolge an, was durch Swap-Gatter korrigiert werden kann. [306]

8. Abschluss des Shor-Algorithmus und Ausblick [307]

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8.1. Messung und Wahrscheinlichkeiten [307]

  1. Nach Anwendung der QFT ergibt sich ein Bild, das die Wahrscheinlichkeiten der Frequenzen zeigt. [308]
  2. Messung des oberen Registers: Im Idealfall (Periode 4, 32 Samples) können nur die Zustände oder herauskommen. [309]
    1. Alle 16 Zustände, deren Amplituden nicht verschwinden, haben dieselbe Wahrscheinlichkeit. [312]
    2. Die störende 0 hat eine geringere Wahrscheinlichkeit als bei der klassischen Rechnung, da die Eingabewerte normalisiert sein müssen. [313]
  3. Zwischenmessung (optional): Eine Messung des unteren Registers (z. B. Ergebnis 4) projiziert die Zustände auf den gemessenen Untervektorraum. [316]
    1. Dies macht deutlicher, dass die Eingabe für die Fourier-Transformation periodisch mit ist. [320]
    2. Die Zwischenmessung hat keinen Einfluss auf die anschließenden Messungen des oberen Registers. [317]
  4. Beispiel (Periode 5, kein Teiler von 32): Das Ergebnis der QFT ist unruhiger. [324]
    1. Die wesentlichen Wahrscheinlichkeiten konzentrieren sich auf die Spalten 6, 13, 19 und 26. [330]
    2. Die Wahrscheinlichkeit, eines dieser vier Ergebnisse zu bekommen, liegt bei etwa 60 Prozent. [331]
    3. Alle vier Ergebnisse würden die Rate-Funktion (Kettenbruchentwicklung) zu einem richtigen Ergebnis führen. [331]
  5. Erfolgswahrscheinlichkeit: Die Wahrscheinlichkeit, die Periode im ersten Versuch zu finden, wird mit steigender Zahl besser. [332]
    1. Bei mehr als drei Viertel Erfolg im ersten Durchlauf liegt die Wahrscheinlichkeit eines Fehlschlags nach fünf Durchläufen bei unter einem Promille. [336]
    2. Man kann auch mehrere Quantencomputer parallel laufen lassen. [338]

8.2. Stand der Technik und Ausblick [339]

  1. Historie: Im Jahr 2001 wurde der Shor-Algorithmus bei IBM erstmals auf einem echten Quantencomputer erfolgreich durchgeführt. [339]
    1. Dabei wurde die Zahl 15 faktorisiert (). [340]
  2. Weltrekord: Der bisherige Weltrekord (2012) war die Faktorisierung der Zahl 21. [341]
  3. Die Theorie ist der Praxis weit voraus. [343]
  4. Das nächste Video behandelt, warum Quantencomputer noch weit von der Marktreife entfernt sind. [344]
  5. Weitere Themen sind die Simulation von Quantencomputern und die Frage, ob Alan Turing widerlegt wurde. [344]
  6. Am Ende folgen Literaturhinweise. [345]