1. Portfolio-Rendite und -Varianz: Grundlagen und Berechnung [0]

1.1. Erwartete Portfolio-Rendite (Portfolio Expected Return) [6]

  1. Die erwartete Portfolio-Rendite ist ein gewichteter Durchschnitt [7].
  2. Sie ist im Allgemeinen leicht zu verstehen und unkompliziert [2].
  3. Berechnung: Man kombiniert mehrere Assets oder Aktien in einem Portfolio [9].
    1. Man nimmt das Gewicht jeder einzelnen Aktie [10].
    2. Man multipliziert es mit der jeweiligen Rendite [10].
    3. Anschließend werden alle Ergebnisse addiert [17].
  4. Formel: [16].
    1. ist das Gewicht der Aktie [11].
    2. ist die Rendite der Aktie [17].
  5. Beispiel (Zwei Fonds):
    1. Annahmen: Aktienrendite 8%, Anleihenrendite 6% [22].
    2. Gleiche Allokation (Gewicht 50/50 oder 0,5/0,5) [23].
    3. Berechnung: [24].

1.2. Portfolio-Standardabweichung und -Varianz [26]

  1. Die Portfolio-Standardabweichung ist komplizierter als die erwartete Rendite [26].
    1. Sie ist nicht nur die Summe der individuellen Standardabweichungen [27].
    2. Sie ist auch kein einfacher gewichteter Durchschnitt der Standardabweichungen [27].
  2. Zusätzliche Informationen erforderlich:
    1. Gewicht der Assets und deren Standardabweichungen [28].
    2. Die Korrelation zwischen den Assets ist sehr wichtig [28].
  3. Komplexität: Mit mehr Assets steigt die Anzahl der paarweisen Korrelationen [29].
    1. In Prüfungen (CFA/FRM) werden typischerweise zwei bis drei Assets abgefragt [30].
    2. Zwei-Asset-Fälle sind am häufigsten [30].
  4. Zwei Schlüsselkomponenten der Portfolio-Standardabweichung:
    1. Die Varianz der zugrunde liegenden Assets [33].
    2. Die Kovarianz jedes zugrunde liegenden Asset-Paares [33].
  5. Beziehung Varianz/Standardabweichung:
    1. Die Standardabweichung ist einfach die Quadratwurzel der Portfolio-Varianz [39].
  6. Portfolio-Varianz-Formel (Zwei Assets X und Y):
    1. [41].
    2. und : Gewichte der Assets X und Y [42].
    3. und : Varianzen der Assets X und Y [43].
    4. (Korrelation): Der wichtigste Term in der Portfoliotheorie [45].
    5. Die Korrelation bestimmt das Ausmaß der Diversifikation [46].

1.3. Algebra-Trick zum Erinnern der Varianzformel [47]

  1. Die Formel sieht kompliziert aus, kann aber mit einem Algebra-Trick gemerkt werden [49].
  2. Algebra-Formel: [52].
  3. Vergleich mit der Varianzformel:
    1. Setze [56].
    2. Setze [57].
    3. ergibt den ersten Term () [56].
    4. ergibt den zweiten Term () [57].
    5. ergibt [58].
  4. Wichtige Ergänzung: Man muss den Korrelationsterm () am Ende zusätzlich einfügen [59].
    1. Der Korrelationsterm ist der wichtigste, da er die Diversifikation bestimmt [59].

1.4. Die Rolle der Korrelation und Kovarianz [61]

  1. Die Korrelation () liegt immer im Bereich von -1 bis +1 [61].
  2. Hohe Korrelation (Richtung +1):
    1. Je höher die Korrelation, desto größer wird die Portfolio-Varianz [64].
  3. Niedrige Korrelation (Richtung -1):
    1. Wenn die Korrelation -1 erreicht, wird der gesamte dritte Term negativ [66].
    2. Dies führt zur niedrigsten möglichen Portfolio-Varianz [66].
    3. Dies bedeutet das höchste Niveau der Diversifikation [66].
    4. Eine negativere Korrelation ist besser für die Diversifikation [67].
  4. Kovarianz-Beziehung:
    1. Die letzten drei Terme () entsprechen der Kovarianz () zwischen X und Y [70].
    2. Wenn die Kovarianz direkt gegeben ist, kann sie anstelle dieser drei Terme verwendet werden [72].
    3. Die Formel hat zwei Versionen, abhängig davon, ob Kovarianz oder Korrelation gegeben ist [74].

1.5. Beispiel 1: Berechnung der Portfolio-Standardabweichung mit Korrelation [76]

  1. Gegebene Daten:
    1. Asset A: Allokation () 80% (0,8), Standardabweichung () 16% (0,16) [78].
    2. Asset B: Allokation () 20% (0,2), Standardabweichung () 25% (0,25) [79].
    3. Korrelationskoeffizient () 0,6 [80].
  2. Wichtiger Hinweis: Man muss genau prüfen, ob die Frage nach der Standardabweichung oder der Varianz fragt [81].
    1. Ein häufiger Fehler ist das Stoppen nach der Berechnung der Varianz [82].
    2. Wenn die Standardabweichung gefragt ist, muss im letzten Schritt die Quadratwurzel gezogen werden [84].
  3. Berechnung der Portfolio-Varianz (Formel einsetzen) [89]:
  4. Ergebnis: Die Portfolio-Varianz beträgt 2,66% (oder 0,0266) [92].
    1. Das Stoppen hier würde zur falschen Antwort führen (Option B, gerundet 2,7) [93].
  5. Berechnung der Portfolio-Standardabweichung:
    1. [95].
    2. (Dies ist Option A) [96].

2. Beispiel 2: Berechnung der Kovarianz und Portfolio-Standardabweichung [97]

  1. Szenario: Gleichmäßig in zwei Unternehmen (ABC und XYZ) investiert [99].
    1. Gewichte () sind 50/50 (0,5 und 0,5) [100].
  2. Gegebene Daten (ABC):
    1. Renditen: 6%, 8%, 10% [102].
    2. Wahrscheinlichkeiten: 15%, 60%, 25% [102].
    3. Erwarteter Wert (): 8,2% [103].
    4. Standardabweichung (): 1,249% [103].
  3. Gegebene Daten (XYZ):
    1. Renditen: 4%, 5%, 5,5% [105].
    2. Wahrscheinlichkeiten: Dieselben wie bei ABC (15%, 60%, 25%) [105].
    3. Erwarteter Wert (): 4,975% [107].
    4. Standardabweichung (): 0,46% [108].
  4. Ziel: Berechnung der Portfolio-Standardabweichung [109].
  5. Fehlende Information: Die Korrelation oder Kovarianz fehlt [113].
    1. Diese muss aus den gegebenen Wahrscheinlichkeiten und Renditen abgeleitet werden [113].

2.1. Berechnung der Kovarianz [114]

  1. Kovarianz-Formel: [114].
    1. und (erwartete Renditen) sind bereits gegeben [115].
    2. (Wahrscheinlichkeiten) und (Zustandsrenditen) sind ebenfalls gegeben [117].
  2. Berechnung des ersten Szenarios (15% Wahrscheinlichkeit):
    1. [119].
    2. [120].
    3. [123].
  3. Wiederholung: Dieser Prozess wird für die anderen beiden Fälle (60% und 25%) wiederholt [124].
    1. Die Datenpunkte ändern sich: (8% und 5%), dann (10% und 5,5%) [132].
  4. Ergebnis: Die Summe aller drei Fälle ergibt die Kovarianz [124].

2.2. Berechnung der Portfolio-Varianz und Standardabweichung [134]

  1. Portfolio-Varianz-Formel (mit Kovarianz):
    1. [125].
    2. Die drei Terme werden durch ersetzt [125].
  2. Einsetzen der Werte:
    1. Gewichte () sind 0,5 [135].
    2. Standardabweichungen () sind bekannt und werden quadriert [135].
    3. Die berechnete Kovarianz wird eingesetzt [136].
  3. Ergebnis: Die Berechnung liefert die Portfolio-Varianz [137].
  4. Standardabweichung: Man zieht die Quadratwurzel aus der Varianz [137].
  5. Erinnerung: Der Algebra-Trick hilft beim Erinnern der Struktur [140].
    1. Man muss den Korrelationsterm (oder die Kovarianz) am Ende hinzufügen [141].